In meinem "Bücherregal" rechts im Blog steht dieses Buch als eine meiner Buchempfehlungen für ME Betroffene.
Die Britin Nasim Marie Jafry erkrankte in den 90-ern an ME. Im Jahr 2008 erschien ihr Buch "The State of Me", eine Mischung aus Autobiographie und Roman. Wir begleiten darin den fiktiven Charakter Helen Fleet, die während ihres Studiums von einer mysteriösen Krankheit befallen wird. Spätere Bluttests ergeben, dass das Virus Coxsackie B4 bei Helen wohl ME ausgelöst hat.
Helen muss ihr Studium abbrechen und wieder zu ihren Eltern ziehen, und der Leser erlebt mit, wie einsam und isoliert Helens Leben durch die Krankheit wird. Während Freundinnen und ihr Freund Ivan ihr Studium abschließen und durch die Weltgeschichte reisen, bleibt Helen zurück, in ungewollter Passivität und Abhängigkeit vom Wohlwollen ihrer Mitmenschen und Familie.
Ärzte und Mitmenschen teilt Helen ein in "believer" und "non-believer", also diejenigen, die ME akzeptieren als das was es ist, und diejenigen, die anzweifeln, dass ME überhaupt eine "richtige" Krankheit ist. Das verdeutlicht für mich den ganzen Irrsinn und die Willkür, der Betroffene so oft ausgesetzt sind, so als wären Ärzte Anhänger verschiedener Religionen und Weltanschauungen. Und das ist wenn man es genau betrachtet tatsächlich der Fall.
Obwohl Helen kein sehr schwerer "Fall" ist, war es für mich überwältigend traurig, ihre Geschichte zu lesen, trotzdem oder gerade weil Helen noch so vieles tun kann, was für mich schon lange nicht mehr möglich ist. In gewisser Hinsicht wird es genau dadurch für sie auch noch schwerer: Sie muss sich direkt mit dem messen, was ihre gesunden Mitmenschen ohne Probleme zu tun in der Lage sind. Zudem gehen mir Schilderungen von anderen auf eine bestimmte Weise manchmal näher als meine eigene Geschichte, vielleicht weil man sie eher zulässt und sich selbst soviel "Mitleiden" gar nicht zugesteht.
Der Autorin gelingt es, Helens immer kleiner werdende Welt spürbar werden zu lassen, was oft bedrückend wirkt. Trotzdem ist es keines dieser Bücher, die einen hoffnungslos zurücklassen, weil es Helen gelingt, einige ihrer ganz persönlichen Ziele in kleinen Schritten zu erreichen.
Fazit: Kein Buch für eine schlechte Phase, aber allemal lesenswert.








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