Natürlich kann ich als Nicht-Mediziner ausschließlich von meinen eigenen Erfahrungen berichten und keinerlei medizinischen Ratschlag geben. Es sollte wie immer erst mit einem Arzt Rücksprache gehalten werden.
Thema heute, weil es bei mir gerade wieder aktuell ist, sind
Palpitationen
[Als Palpitationen bezeichnet man Herzaktionen, die vom Patienten selbst als ungewöhnlich schnell, kräftig oder unregelmäßig wahrgenommen werden.]
Besonders zu Beginn, aber auch später im Krankheitsverlauf sind Palpitationen, wie die meisten kardiologischen Symptome, für den Patienten oft sehr belastend. Bei mir gehen sie oft einher mit Kurzatmigkeit und einem sehr starken Schwäche- und Krankheitsgefühl. Es fühlt sich an, als müsse das Herz sehr angestrengt schlagen, jeder Schlag ist deutlich zu fühlen (und an verschiedenen Körperstellen auch zu sehen) und man weiß spätestens dann, woher das Sprichwort "da hüpft einem das Herz aus der Brust" stammt.
Bei mir habe ich vor allem zwei große Auslöser ausgemacht:
1. Histamin
Nach dem Verzehr histaminhaltiger oder -freisetzender Lebensmittel bekomme ich regelmäßig starke Palpitationen, oft mit Herzrasen und manchmal starkem Blutdruckabfall (bis runter auf 60:40). Zu Beginn der Krankheit bin ich oft 1-2 Stunden nach dem Einschlafen mit Herzrasen aufgewacht und hatte keine Ahnung, woher das kam. Für die Ärzte war es natürlich schnell als Panikattacke identifiziert, obwohl ich keine Panik empfand. Mittlerweile weiß ich, dass es immer dann auftrat, wenn ich z.B. gereiften Käse zum Abendbrot gegessen hatte. Seitdem ich mich histaminarm ernähre bin ich nie mehr mit Herzrasen aufgewacht.
Palpitationen sind somit oft ein Alarmsignal, dass ich ein bestimmtes Lebensmittel nicht vertragen habe. Versteckte Hefe, Reste von Tomatenmark oder einfach zu lange Lagerung machen sich unter anderem so bemerkbar. Antihistaminika helfen.
(Über das Thema Histamin wird auch noch ein eigener Blogpost folgen.)
2. Überanstrengung
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| Sauerstoffzylinder |
Als ich noch nicht bettlägerig war, gab es einen dritten Auslöser:
3. Orthostatische Intoleranz
Diese tritt bei ME sehr häufig auf, Quellen sprechen von 80-90% der Betroffenen. In sitzender oder besonders stehender Position findet sich ein stark beschleunigter Puls oder ein systolischer Blutdruckabfall von mindestens 25mm Hg mit verlangsamtem Puls. Dies ist eines der behinderndsten Symptome bei ME und oft ein Grund für den Gebrauch eines Rollstuhls. Die medizinischen Fachausdrücke dafür lauten POTS (posturales Tachykardie-Syndrom, d.h. beschleunigter Herzschlag in aufrechter Position) und NMH (neurally mediated hypotension/neural vermittelter Blutdruckabfall).
Vielen Patienten hilft die einfache Maßnahme von verstärkter Salz- und Wasseraufnahme (falls möglich auch durch regelmäßige Infusionen mit Kochsalzlösung) etwas weiter, aber auch Kompressionsstrümpfe und verschreibungspflichtige Medikamente wie "Midodrin" oder vorsichtig dosierte Betablocker können die Symptome lindern. Der Einsatz von Fludrocortison dagegen ist umstritten. Oft hilft es kurzfristig, schadet aber langfristig, genauso habe ich es auch persönlich erfahren, aber andere Patienten schwören darauf!
Besonders die Punkte 2. und 3. sind laut dem US-Spezialisten Dr. Cheney Folgen einer bei ME auftretenden "kompensatorischen idiopathischen diastolischen Kardiomyopathie". Laut Cheney weisen ME-Patienten häufig sowohl ein verringertes Blutvolumen als auch ein verringertes Herzschlagvolumen auf, und zwar um bis zu 30%. Dies wiederum ist durch die geringe zur Verfügung stehende Energie aufgrund einer Dysfunktion der Mitochondrien bedingt.
Die Ansätze zur Behandlung unterscheiden sich allerdings gravierend. Da Dr. Cheney seine neuesten Protokolle leider ausschließlich seinen Patienten zur Verfügung stellt, kann ich nur auf die Ansätze von Dr. Myhill verweisen. Zentrale Rolle bei der Behandlung der Mitochondrien - speziell auch im Bezug auf das Herz - spielen hier unter anderem D-Ribose, Magnesium, Carnitin, Q-10 und Taurin (die bei mir im Übrigen bis auf die Ribose allesamt deutlich zu niedrige Spiegel aufweisen).
Aus dem Bereich der Naturheilkunde habe ich Erfahrungen mit "Cardiodoron" und Weißdorn gemacht, die beide einen leichten positiven Effekt hatten, allerdings nur solange ich es weiterhin nicht "übertrieben" habe.
Quellen und Lesetipps:
Cardiac Insufficiency Hypothesis auf ME Society of America
Cardiac Insuffiency auf Medicalinsider
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Image: renjith krishnan / FreeDigitalPhotos.net










Liebe Nina , vielen Dank für deinen neuen spannenden Blogeintrag . Weißt du, ob man Palpitationen messen kann oder sind das nur subjektive Störungen? Meine sämtlichen Herzuntersuchungen und EKGs waren nämlich immer ohne Befund.
AntwortenLöschenich "schreibe" jetzt übrigens auch mit einem SpraLiebe Nina , vielen Dank für deinen neuen spannenden Blogeintrag . Weißt du, ob man Palpitationen messen kann oder sind das nur subjektive Störungen? Meine sämtlichen Herzuntersuchungen und EKGs waren nämlich immer ohne Befund.
ich "schreibe" jetzt übrigens auch mit einem Spracherkennungsprogramm der Hinweis in deinem Block hat mich dazu angeregt nach einem zu schauen - das ist wirklich
weniger anstrengend so zu kommunizieren als zu tippen. welches Spracherkennungsprogramm der Hinweis in deinem Block hat mich dazu angeregt nach einem zu schauen - das ist wirklich
weniger anstrengend so zu kommunizieren als zu tippen. welches Spracherkennungsprogramm benutzt du ? lieben Gruß
Liebe Anja,
AntwortenLöschenich denke es kommt auf die Art der Palpitationen an, ob Rhytmusstörungen dabei sind oder nicht. Und dann muss der Arzt ja auch in dem Moment wo sie auftreten gerade das Gerät angeschlossen haben - nicht immer einfach.
Ich glaube dass die Palpitationen, die sich nur durch sehr kräftiges Schlagen äußern, nicht unbedingt im EKG abbilden lassen.
Dr. Cheney, von dem ich schrieb, wendet bei ME spezielle EKG-Untersuchungen an, die ein normaler Kardiologe oder Internist nicht durchführt. Man kann wohl sagen, dass es ein bei ME übliches Problem ist: Man braucht die richtigen Tests, um die Auffälligkeiten zu dokumentieren, mit den üblichen Standardtests lässt sich nicht alles abbilden.
Man kann aber wenigstens abklären lassen, ob "bösartige" Rhytmusstörungen vorhanden sind!
Wegen des Sprachprogramms: Ich nutze das "Dragon Naturally Speaking" und bin recht zufrieden damit. Je länger man es benutzt, umso besser klappt es.
Liebe Grüße
Nina